Knoblauch stecken im Herbst: so werden die Knollen groß

Datum: 03.10.26 Darsteller: Regina Dunst

Aus einer einzigen Knoblauchknolle werden bis zum nächsten Sommer zehn, zwölf neue. Jede Zehe wächst zu einer eigenen Knolle heran. Dafür muss sie nur zur richtigen Zeit in die Erde, und die richtige Zeit ist der Herbst.

Warum im Herbst?

Knoblauch braucht Kälte. Damit sich die Knolle im nächsten Jahr sauber in einzelne Zehen teilt, muss die Pflanze vorher eine Kälteperiode erlebt haben. Wird im Oktober gesteckt, bildet die Zehe noch vor dem Winter Wurzeln, bekommt über den Winter ihren Kältereiz und startet im Frühjahr mit fertigem Wurzelwerk durch.

Wer erst im Frühjahr steckt, verliert Kälte und Zeit. Das funktioniert zwar, die Knollen bleiben aber meist kleiner und teilen sich manchmal gar nicht richtig. In milden Lagen wie dem Burgenland ist der Oktober ideal, bis Anfang November geht es gut, solange der Boden nicht gefroren ist.

Supermarkt oder Steckknoblauch?

Ein großer Teil des Knoblauchs im Handel stammt aus wärmeren Ländern und ist an milde Winter gewöhnt. Außerdem wird Speiseknoblauch teilweise gegen das Austreiben behandelt. Österreichischer Bio-Knoblauch kann funktionieren, weil er an unser Klima angepasst ist. Am sichersten ist Steckknoblauch aus der Bio-Gärtnerei oder dem Saatguthandel. Das Beste ist eigener Knoblauch aus der heurigen Ernte.

Die richtigen Zehen

Die Knolle erst kurz vor dem Stecken zerlegen, damit die Zehen nicht austrocknen, und nicht schälen, denn die Haut schützt vor Fäulnis. Dann gilt: Aus einer großen Zehe wird eine große Knolle, aus einer kleinen eine kleine. Die großen äußeren Zehen kommen ins Beet, die kleinen inneren in die Küche.

Der Boden

Knoblauch ist unkompliziert, verträgt aber keine Staunässe. Wo im Winter Wasser steht, fault die Zehe. Er braucht einen lockeren, durchlässigen Boden und einen sonnigen Platz. Das Beet wird flach gelockert, nicht umgegraben. Bei schwerem Boden hilft eine Schicht Bio Schwarzerde, oberflächlich eingearbeitet: Sie bringt Struktur hinein, lässt Wasser besser abziehen und hält trotzdem genug Feuchtigkeit.

Frischer Mist gehört nicht ins Knoblauchbeet. Er lockt die Zwiebelfliege an, die auch Knoblauch befällt.

Fruchtfolge und Nachbarn

Knoblauch gehört zur selben Familie wie Zwiebel, Lauch und Schnittlauch. Auf Flächen, wo diese standen, sollte er drei bis vier Jahre lang nicht stehen. Als Nachbarn haben sich in der Praxis Erdbeeren und Karotten bewährt. Bohnen und Erbsen setzt man besser nicht direkt daneben.

So wird gesteckt

  • Ausrichtung: Spitze nach oben, die flache Wurzelseite nach unten
  • Tiefe: 3–5 cm, auf leichtem Boden eher tiefer, auf schwerem eher flacher
  • Abstand in der Reihe: 10–15 cm (für große Knollen eher 15 cm)
  • Reihenabstand: 25–30 cm

Die Zehe mit dem Finger eindrücken oder bei festem Boden mit einem Stab vorstechen, zudrücken, fertig. Angießen nur bei Trockenheit.

Mulchen

Knoblauch ist winterhart, eine dünne Mulchschicht tut ihm trotzdem gut. Sie hält die Bodentemperatur gleichmäßiger, verhindert Verschlämmung und unterdrückt im Frühjahr Unkraut. Drei bis vier Zentimeter Bio Faser, Laub oder Stroh reichen. Wo Amseln frisch gesteckte Zehen herausziehen, hilft in den ersten Wochen etwas Reisig oder ein Netz.

Über den Winter und im Frühjahr

Über den Winter ist nichts zu tun. Im Frühjahr ist das Wichtigste, das Beet unkrautfrei zu halten, denn Knoblauch verträgt wenig Konkurrenz. Gegossen wird nur bei großer Trockenheit, ab etwa Juni gar nicht mehr, damit die Knollen ausreifen. Bildet eine Sorte im Frühsommer einen eingeringelten Blütenstängel, kann man ihn abschneiden. Er lässt sich kurz angebraten essen.

Die Ernte

Geerntet wird meist im Juli, wenn etwa ein Drittel bis die Hälfte der Blätter gelb ist. Nicht warten, bis alles braun ist, sonst zerfallen die Knollen und halten sich schlechter. Mit der Grabgabel lockern, herausheben und mitsamt Laub an einem luftigen, schattigen Ort einige Wochen trocknen. Die schönsten Knollen hebt man für das Stecken im nächsten Herbst auf.

Steckknoblauch führen wir selbst nicht – den bekommt ihr in der Bio-Gärtnerei oder im Saatguthandel.

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